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So ein kluger Mensch. So jung und so differenziert. Liebe ihre Texte und auch ihr politisches Engagement und ihre Lebensfreude. schön, erscheint sie nun hier.

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Danke. Toller Artikel, tolle Frau.
Sie zeigt eine mögliche Tür, ein Ausweg aus dem Gschtürm der letzten Jahre.

Und nimmt mit ihrer Sicht, gleich an verschiedenen Enden, den rechtsaussen viel Wind aus den Segeln.

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Multifunktional
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Eine bewundernswerte Frau mit offenem Geist und Herz. Eine Stimme, die der oftmals zu dogmatischen Debatte gut tut und Brücken baut.

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Wow! So etwas Kluges und Interessantes habe ich zu diesem Thema noch nirgendwo gelesen.

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Marie-José Kolly
Journalistin mit 💕 für Wissenschaft
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🙏

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Politologin
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Danke, ich kannte Duval nicht. Wirklich eine spannende Denkerin. Ich kann den Wunsch und sogar die Notwendigkeit einer Überwindung der Idee trans nachvollziehen, was dabei aber vergessen geht, ist, was eine „entspannte Rückkehr zur Binarität“ für Nonbinäre bedeuten würde. Haben Sie das auch angesprochen? Dafür sollte es in Duvals Solidaritätsprinzip ja auch Platz geben.

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Rändern
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Auf. Den Punkt gebracht.

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Ist „entspannte Rückkehr zur Binarität“ ein direktes Zitat aus dem Porträt?

Duvals provokanter Buchtitel und Aussage in der Artikelüberschrift ("Ich habe die Schnauze voll von trans") lädt gerade bei oberflächlicher Lektüre natürlich zu Missverständnissen ein: Einerseits glauben Transphobe und biologistische trans-exklusive Feminist:innen darin eine Absage der Kategorie trans gerade durch eine "Insiderin", andererseits meinen LGBTQIA*-Aktivist:innen und Allies darin eine regressive Rückkehr zur traditionellen biologistischen binären Geschlechterordnung zu erkennen.

Beides ist meiner Meinung nach falsch. Duval sagt bloss, dass die binäre Geschlechterordnung nicht so leicht – etwa durch subversive oder diverse Kategorien – zu destabilisieren, geschweige denn zu überwinden ist. Gerade durch unser spezifisches Sprachsystem und auch weil der biologische Faktor – der keine klare Dichotomie darstellt, sondern ein bipolares Spektrum – mitbestimmend ist.

Doch damit spricht sie selbstredend die trans Identität oder auch die non-binären Identität nicht in Abrede. Im Gegenteil, dadurch, dass sie nicht voluntaristisch durch ein flüchtiges Gefühl oder willkürliche Wahl selbstbestimmt angenommen wird, wie oft von Queerphoben polemisch unterstellt wird, sondern viel stärker durch ein uneinholbar komplexes Wechselspiel durch das Sein determiniert ist, und das Selbst diese Identität "nur" erkennen und annehmen kann, verankert Duval die Identität noch viel stärker, nämlich im Fundament der Substanz.

Duval fordert Queerphobe, aber auch trans-Aktivist:innen auf, diese Identitäten als natürliche Gegebenheit und Selbstverständlichkeit zu betrachten, und diese dementsprechend anzuerkennen. So dass alle, pluralistisch und individualistisch, einfach leben können, ohne stets auf ihre jeweilige spezifische Identität reduziert zu werden.

Darin steckt natürlich ein utopisches Moment, das angesichts der vielen Ungerechtigkeiten noch als exklusives Privileg erscheint, aber es ist, wie sie in Anlehnung an E. O. Wright sagt, eine Reale Utopie. Und solche brauchen wir, hier wie dort!

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Vielen Dank allen hier Diskutierenden. Dadurch hat sich mir noch feiner erschlossen, was Respekt der Integrität des andern gerade im Bereich von Geschlechtszuschreibungen bedeutet. (hab ich jetzt vielleicht begrifflich nicht ganz sauber formuliert?…)
jedenfalls danke allen auch Marie-José Kolly für das hervorragende Hineinführen in das komplexe Denken E. Duvals.

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Schönes Porträt, das sowohl den biologistischen Reduktionismus (oder die Reduktion auf biologisches Geschlecht und soziale Geschlechterrolle unter Ausblendung der Geschlechtsidentität) kritisiert als auch den libertären Voluntarismus, wonach jemand sich frei nach etwas fühle und das Geschlecht wähle.

Das Problem des spinozistischen Monismus, der ein strenger Determinismus ist, ist halt, dass wir als Menschen und das Rechtssystem die notwendige Illusion der Freiheit – und damit auch Selbstbestimmung, Verantwortung und Rechte – benötigen. Diesen Widerspruch zeigt sich schön in folgender Passage:

Es sei aber nun einmal so, dass sie sich nicht vorstellen könne, in dieser Gesellschaft als etwas anderes zu leben denn als Frau – «aus Gründen, die sich mir entziehen und die ich mir nicht ausgesucht habe».

Selbstbestimmt und aus Gründen hat sie sich jedoch einen neuen Nach­namen ausgesucht, den sie auch amtlich annehmen lassen will.

Wenn die Menschen und die Gesellschaften Menschen aller Identitäten einfach sein liessen, und ihnen nicht unnötig Steine in den Weg legen – etwa in biologistisch reduzierte Zwangskorsette stecken – würden, dann könnten wir tatsächlich die Rede von Identitäten hinter uns lassen, und uns einzig um die Revolution für eine gerechte Gesellschaft kümmern. Doch bis dahin machen wir beides!

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Toni Reichmuth
vom Glück Verfolgter
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GRANDIOSA! INTELIGENTE! AUTENTICA! GRACIAS! Ich wünsche dieser jungen, europäischen, transüberwindenden Schriftstellerin & Philosophin eine ehrenvolle Wahl ins EU-Parlament.

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Mensch!
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Wow! Ich bin begeistert. Vom Text, von der Überwindung von trans, von Elizabeth Duval.

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Gaby Belz
Jeden Morgen neu
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Dieses Thema ist ein Minenfeld, wasSprachregelungen angeht. Darf man/frau und feministisch aufgestellte Boomerin beifügen dass Sex AUCH ein Programm der Evolution zwecks Selbsterhaltung der Spezies ist? Dass es deshalb eben doch bleibende Unterschiede gibt wegen des hormonellen Zyklus der Frauen (Achtung! Fettnapf!)? Dass es deshalb aber keine Legitimation für Benachteiligung aller jener gibt die weder Kinder haben können oder wollen? Mir fällt dazu der Slogan von Donna Haraway ein: Staying with the trouble, d.h. In der gemeinsamen Suchbewegung bleiben ohne den Anspruch dass es DIE Lösung, Aufteilung, Formulierung gibt, ja sogar ohne dass es sie geben muss.

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Darf man/frau und feministisch aufgestellte Boomerin beifügen dass Sex AUCH ein Programm der Evolution zwecks Selbsterhaltung der Spezies ist?

Ja, das kann man selbstverständlich beifügen. Den Unterschied macht man in der Ebene:
Als Spezies zu überleben, bedeutet, dass wir als Spezies reproduzieren. Nicht, dass jedes Individuum das muss. Was a) ja auch bei anderen Organismen so ist, und b) auch beim Menschen ganz spezifisch so einprogrammiert ist. Die menopausale Frau, zum Beispiel, ist wohl kein evolutionärer Fehler, sondern eine Adaptation.
Auch bei anderen Tieren ist die Tatsache, dass nicht jedes Individuum sich fortpflanzt, nicht einfach ein persönliches Scheitern, sondern kann Teil einer adaptiven Strategie sein (zB kooperatives Brüten).

Trans Menschen, egal ob sie sich für oder gegen eine Reproduktion entscheiden, gefährden unser Überleben als Spezies nicht. Ausser man fürchtet, (und um klar zu sein, unterstelle ich das Ihnen nicht!), dass es eine Trans Pandemie gibt, die hochgradig ansteckend ist und sich im Nu verbreitet. Insofern stellt sich die Frage, ob es überhaupt relevant ist, beizufügen,

dass Sex AUCH ein Programm der Evolution zwecks Selbsterhaltung der Spezies ist

denn, wie gesagt, beziehen sich diese beiden Dinge auf verschiedene Ebenen.

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Was für ein viel zu langer Artikel über einen verwöhnten Teenager, der sich mit angelesenem wichtig macht und dabei leeres Stroh drescht, teure Leckereien nascht und eine offensichtlich leicht zu beeindruckende Journalistin so schwer beeindruckt, dass diese vergisst, das bei Judith Butler eigentlich alles schon mal gelesen zu haben.

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Guten Tag Matthias Scheurer
Ihr Beitrag ist jetzt nicht sonderlich konstruktiv. Wollen Sie Ihre Geringschätzung vielleicht begründen?

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Matthias Scheurer
Rentner
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· editiert

Ja, gerne. Ich habe die Republik nach der Übergriff-Affaire im Affekt abbestellt und bin danach zur Einsicht gekommen, dass das übereilt war. Ich habe sie nun wieder abonniert, und einer der ersten Beiträge war dieser - sorry, aber ich bleibe dabei - viel zu lange und viel zu unkritische Beitrag über ein Thema, das von sehr kompetenten Autorinnen bereits mehrfach und umfassend beleuchtet und besprochen wurde. Da ich als alter weisser Mann noch immer etwas iraszibel bin, habe ich wieder in die Tasten gegriffen und meinem Ärger in Hofnarr-Manier Ausdruck verliehen. Hätte es wohl besser bleiben lassen und ein wenig in Judith Butlers "Unbehagen der Geschlechter" oder "Körper von Gewicht" gelesen ....

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Leserin
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· editiert

Mag sein, aber die Frau ist die erste, die mich überzeugt, weil ich ihre Gedanken schon lange kenne, fühle, denke. Auch weil ich Judith Butler nicht kannte. Danke für die Erwähnung. Ich spüre einen Hauch von Fortschritt, weg von den verbissenen Kampfdiskussionen. Und ganz besonders weil Duval authentisch ist und zukunftstauglich.

Noch eine provokante Frage: Könnte es sein, dass seit drei Jahrzehnten Dämme brechen, weil sich (nature/nurture) die Hormonspiegel in der industriell-tierisch erzeugten Nahrung verschoben haben? Der Gedanke kam mir bei dem Satz, wo Duval als Kind mit ihrer Grossmutter Pouletflügeli isst. Falls jemand das als eine ernstzunehmende Vermutung anschaut, wär ich irgendwie zum Weiterdenken inspiriert. Falls das Chabis ist, falls Sie das für absurd halten, bitte gegebenenfalls wieder draufhauen. Ich rechne damit, dass ich demnächst hier Narrenfreiheit geniesse. Einen schönen Sonntag allen!

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Abgesehen von billigen Beleidigungen noch was Sachliches zu sagen? Nein? Dann dreschen Sie ebenfalls nur leeres Stroh!

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Fausta Borsani
Geschäftsführerin
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Klug differenziert unaufgeregt verständlich ehrlich. Danke für dieses Portrait. Ich bin froh kann ich weiterhin von Frauen reden ohne auf Flintas zurückzugreifen zu müssen.

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Rändern
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Auf Flintas mues nicht zurückgegriffen werden. Das wär jo no.

Ist eben schon was anderes, wenn zu den Frauen die Lintas hinzu kommen. 😀

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FLINTA* ist ja auch keine Geschlechtsbezeichnung, sondern ein Akronym für all jene Geschlechteridentitäten, die in einem Raum inkludiert sein sollen.

Der Begriff FLINTA*, oder Variationen davon, wird häufig genutzt, um bei Veranstaltungen einen Schutzraum für Menschen zu schaffen, „die aufgrund ihrer Geschlechtsidentität patriarchal diskriminiert werden“.

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Interessante Person .
Vielleicht etwas sehr schwärmerische Zeichnung?

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Zwar ein interessantes Porträt, aber es ist jetzt auch mal wieder gut mit dem Thema "Geschlechtsidentität". Ich hab langsam eine Überdosis.

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Haben Sie den Artikel gelesen? Es ist inhaltlich wesentlich mehr als ein Porträt (nichts gegen Porträts).

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Ok, Boomer ;-)

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Ich habe die Schnauze voll von Mann

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Sabine Muth
Vielleserin
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Das finde ich jetzt ausgesprochen interessant!

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Erstaunliche Aussage von einem Mann

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Es gibt noch andere Männer, welche das ganze Getue um den dickeren Bizeps, den fetteren Bonus und die mächtigsten Raketen einfach satt haben.

Ich kenne Mütter, welche ihr Hotel Mama am liebsten schliessen würden.

Und nun outet sich auch eine trans Person, welche die Schnauze voll hat von trans. Erfrischend!

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Danke für den TERF-Call-out im Artikel!

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Solche Labels sind einfach nur komplett unnötig.

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Das ist so direkt im Artikel ;)

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Während Klasse einer der grossen Faktoren der Unterdrückung ist, ist er eben nicht der einzige. Das (insb. liberale) Debatten diesen Aspekt gerne ausblenden ist auch ein Problem.
Trotzdem muss man aufpassen, nicht klassen-reduktionistisch zu sein und der Identität zu wenig Gewicht zuzusprechen - was ja das Ziel von Intersektionalismus ist. Ist auch im Artikel: «Eli wird auf der Strasse häufiger dafür angefeindet, dass sie Hand in Hand mit einer Frau unterwegs ist als dafür, dass sie eine trans Frau ist».

Ich weiss also nicht ob ich die Forderung nach weniger Fokus auf die Identität einfach so teilen kann, das kommt mega draufan, weil der "böse identity politics"-Talking point kommt auch von weit rechts (aber mit der Motivation, die Unterdrückung wieder weniger sichtbar zu machen).

Fun fact: Klasse ist auch ein Teil der identity.

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Rändern
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Bizeli binaristisch und privilegiert, ned?

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Menschen, die eine so hohe Intelligenz und Empathiefähigkeit von der Natur geschenkt bekommen haben, sind für uns „Normalos“ vielleicht eine Herausforderung. Wenn damit auch noch eine tiefe Menschlichkeit und ein so reflektierter „Würde“basierter Werte-Massstab erarbeitet wird, dann ist das für mich einfach nur bewundernswert. Ein Glück hat Fr. Duval in jungen Jahren Verantwortliche gefunden, die ihr Talent erkannt und gefördert haben. Ja, das ist wohl das grösste Privileg!

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Sabine Muth
Vielleserin
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Vielen Dank für den Beitrag über Duval. So jung, so klug, so differenziert. Ich verstehe gut, dass sie den Trans-Aktivismus hinter sich lassen möchte. Sie hat ihre Wahl getroffen, sich auseinandergesetzt und arbeitet jetzt an der Entwicklung ihres ungeheuer grossen Potenzials.

Bitte meine Worte nicht als Transfeindlichkeit interpretieren. Für mich sind Transrechte eine Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig möchte sich ein Mensch mit so weitem Horizont auch mit anderen Themen beschäftigen.

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Senftube
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Ich bin Ich und Du bist Du - und gleichzeitig überhaupt nicht.

Einerseits bin ich voll und ganz dafür, dass wir viel weniger in Identitäten denken, sei es bezüglich Geschlecht, Ethnie oder sonst einem Kriterium, an dem sich viele festklammern.

Andererseits hört man von Menschen auch, wie wichtig es Ihnen ist, Worte zur Verfügung zu haben, mit denen sie ihre Identität erfassen und beschreiben können. Das ist der Grund für all die feinen Abstufungen im Vokabular, die es heutzutage bezüglich Geschlecht und Sexualität gibt. Es ging dabei auch immer um Akzeptanz des Andersseins.

Man akzentuiert dabei automatisch auch die Unterschiede, wirkt also dem ersten Ziel entgegen. Aber wenn man die Unterschiede gat nicht benennen kann, nimmt man Menschen vielleicht ein Identifizierungsangebot. Das Denken in Identitäten ist wohl nie ganz überwindbar, viele Menschen brauchen so ein Angebot, auch wenn sie es nicht bei der Mehrheitsgesellschaft finden.

Ein ziemliches Dilemma. Wahrscheinlich ist es wie meist: Weder das eine noch das andere ist perfekt. Und für verschiedene Menschen wird da verschiedenes wichtig sein. Für eine „einfache“ Person, die sich unsichtbar und nicht akzeptiert fühlt, mag der optimale Weg anders aussehen als für eine offensichtlich sehr intelligente Intellektuelle, die wegen ihrer Identität im Scheinwerferlicht steht und diese - neben dem Bashing durch Unverbesserliche Identitätsreligiöse - auch immer wieder bestätigt bekommt, so sehr, dass sie darauf reduziert wird und sich nur noch nervt. Beim Outing aber sind viele wahrscheinlich erst mal froh, dass überhaupt Vokabular zur Verfügung steht.

Ob dieses dann ein spezifisches Wort wie „Trans“ enthalten soll, darum geht es mir gerade weniger, sondern generell um all das heute zur Verfügung stehende Vokabular. „Nonbinär“ kannte ich in meiner Jugend zum Beispiel gar nicht.

Schwierig… Dennoch bin ich persönlich vom Standpunkt von Frau Duval begeistert. Er erinnert mich auch an eine Aussage, die ich letztes Jahr von einer jungen Person gehört habe, mit der ich über das Thema sprach: „Ich würde mich als nonbinär bezeichnen - aber eigentlich sind mir diese Labels alle egal.“

Ich bin Ich und Du bist Du - und gleichzeitig überhaupt nicht.

Denn ich sehe Dein Du gar nie richtig, ich sehe nicht einmal mein Ich. Das Wichtigste ist, dass ich Dir nicht sage, wer Du bist - oder gar zu sein hast, damit ich auch ja nicht in meinem Weltbild und damit meiner mit mir nicht ident-ischen Ident-ität, diesem
Konstrukt, erschüttert werde.

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Kommunikationsspezialistin
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Ein toller Text! Ich habe viel gelernt… Ein sprachlicher Hinweis: Wenn von Homophobie oder Transphobie gesprochen wird, dann wird das sprachlich in die gleiche Schublade wie eine Spinnenphobie gesteckt. Viele Aktivist:innen sprechen deshalb von Homo- oder Transfeindlichkeit und dem schliesse ich mich an.

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Perspektivensuchend
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Danke vielmals für diesen Text.

Eine Freundin hat es einmal so simpel und einleuchtend auf den Punkt gebracht, dass ich mich fast geschämt habe, daraus Erkenntnis zu gewinnen: "Most trans women just want to be one of the girls". Dieser Beitrag hat diesen Gedanken wunderbar aus- und weitergeführt.

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Dorian Mittner
wohlwollend kritisch
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· editiert

Vielen Dank für diesen inspirierenden Artikel über eine aussergewöhnliche Person! Ich kann Elizabeth Duval gut nachvollziehen und denke, sehr viele trans Personen haben genug davon, ständig über ihre Geschlechtsidentität und ihren Körper Auskunft geben zu müssen oder auf ihr Transsein (und damit auch ihr Anderssein) reduziert zu werden.

Tatsächlich ist "Transsein" eine Eigenschaft, mit der sich wohl kaum jemand identifiziert. Trans Personen identifizieren sich (ebenso wie cis Personen) als Frau oder Mann, oder auch non-binär (gender-queer, fluid, etc.) oder mit gar keinem Geschlecht.

Wie auch Elizabeth Duval im Artikel erwähnt, können wir uns unsere Geschlechtsidentität nicht nach Belieben aussuchen. Allerdings wird hier ein m. E. irreführendes Verständnis vom Begriff "Selbstbestimmung" vermittelt, wie er im Zusammenhang mit Gesetzen verwendet wird, die eine Änderung des Namens und Geschlechtseintrags aufgrund der Geschlechtsidentität ermöglichen. Selbstbestimmung heisst nicht, dass jetzt alle ihr Geschlecht einfach frei wählen können, sondern trägt der Tatsache Rechnung, dass nur jeder Mensch selbst sein "wahres" Geschlecht kennt. Ich verstehe den Begriff im Gegensatz zur gängigen Praxis der Fremdbestimmung aufgrund von äusserlichen Merkmalen (Zuweisung eines Geschlechts aufgrund der Genitalien bei der Geburt). Genauso wenig, wie sich diese äusserlichen Geschlechtsmerkmale durch die Zuordnung zu einer Kategorie ändern, ändert sich die Geschlechtsidentität einer Person dadurch, dass sie ihr Geschlecht selbst bestimmen kann.

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