Die Republik ist nur so stark wie ihre Community. Werden Sie ein Teil davon und lassen Sie uns miteinander reden. Kommen Sie jetzt an Bord!

DatenschutzFAQErste-Hilfe-Team: kontakt@republik.ch.



Gutverdiener
·

Da setzt sich einer in 4 Sitzungen dafür ein, dass viele andere für ihre Arbeit weniger als 21 Fr/h bekommen und kassiert dafür 10'000 Fr.

Wie kann so jemand nachts schlafen?

116
/
0

Ich habe mich gefragt, ob es möglich bzw sehr aufwändig wäre, solche "Meinungsumschwünge" von Parlamentariern systematisch zu erfassen. Wenn möglich, könnte man dann jeweils genauer hinsehen, ob sich in dem Zeitraum etwas betreffend Interessenbindungen verändert hat, wie bei Herrn Aeschi. Wie oft führt wohl ein Posten mit Sitzungsgeld zu parlamentarischem Umdenken?

58
/
0
Mensch
·

Ein guter Ansatz. An einer solchen Aufstellung wäre ich ebenfalls sehr interessiert…

28
/
0
Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
·
· editiert

Das ist wohl ganz einfach. Indem er sich über die 10'000 freut, und sich über andere Leute keine Gedanken macht.
Viel mehr frage ich mich, wer wählt so einen aahlglatten, unsympatischen Vertreter des hemmungslosen Abzockens ins Parlament?

45
/
1
Lucia Herrmann
Community @ Republik
·

Guten Morgen Herr Reber, bitte nicht in diesem Ton. Kritisieren Sie sachlich und zielen Sie nicht auf die Person. Davon hat niemand etwas, darunter leidet bloss die Diskussionskultur. Hier zur Erinnerung nochmal die Etikette.

8
/
5

Sie haben das "falsche" Menschenbild. Laut Menschen wie Aeschi verdienen diese Menschen nicht mehr als 21 Franken weil Sie zu wenig ausgebildet und faul sind und zu wenig Eigeninitaitive und Eigenleistung zeigen.

23
/
0

Der schläft wohl gar nicht mehr. Bei diesem Lohn dauert eine Sitzung nämlich 124 Stunden. Das heisst Montag bis Freitag 24h ohne Pause!

23
/
0
Mensch
·

Das ist eine gute Frage. Herr Aeschi wird sie aber nicht beantworten…

13
/
0

Dieser Bericht zeigt exemplarisch auf, wie stark die Kräfte sind, die unseren Sozialstaat zerstören und unser Land zu einem Offshore-Paradies für möglichst unregulierte Finanzströme und eine hemmungslose Ausbeutung von Mensch und Natur umbauen wollen. Die offensichtliche Rückgratlosigkeit von Bundesrat und den zuständigen Bundesstellen ist bedenklich. Und es zeigt sich wieder einmal, wie gefährlich für unsere Demokratie das Fehlen eines Bundesverfassungsgerichts ist. Und schliesslich: das – sehr milde gesagt – fragwürdige Verhalten der erwähnten Exponenten spricht für sich.
Genau für solche informativen und aufrüttelnden Hintergrundsberichte braucht es die «Republik»!
Nachtrag: Interessant sind die Parallelen zu den Diskussionen um Tempo 30. Auch hier sollen Initiativen von unten ausgebremst (!) werden. Wie wollen die Rechtspopulisten den Spagat zwischen ihrem viel beschworenen Föderalismus und der Durchsetzung ihrer Interessen von oben her hinkriegen?
Edit: Nachtrag

102
/
1

Am Ende handeln die zuständigen Bundesstellen im Auftrag des Bundesrats. In diesem Fall wurde die verfassungsrechtlich legitime Variante von Keller Suter verhindert, wahrscheinlich im Wissen, dass diese Verfassungsänderung mit Volks- und Ständemehr schwer zu gewinnen wäre.

15
/
1

Eine hervorragende Recherche. Kompliment! Das Beelendende an dem Fall ist die dramatische Absenz demokratischer und rechtsstaatlicher Gesinnung auf allen Ebenen: von den bürgerlichen Parteien über die Verwaltung, das Bundesamt für Justiz und den Bundesrat bis hin zu den bürgerlichen Medien, die dazu schweigen. Ein Heer von Mitläufern und Anpassern! Was würden all die in diesem Fall involvierten Politiker, Juristen und Beamten tun, wenn sie in Ungarn & Co. lebten und arbeiteten? Wohl einfach den Mund halten und mitmachen, um Mandat und gut bezahlten Job zu behalten. Jämmerlich! Umso grösser mein Dank an die «Republik».

87
/
0
Arbeitnehmer
·

Nun, es ist die grösste Angst der Rechtsbürgerlichen, dass es in diesem Land allen gut geht, dass alle genug gebildet sind, dass alle genug verdienen und dass alle zufrieden sind. Dann würde ein grosser Teil der Wählerschaft einfach wegbrechen. Indes muss man nicht verstehen, dass es genau diese Wählerkategorie nicht gebacken bekommt, zu verstehen wer die Verursacher ihrer Situation sind. Für die SVP quasi ein Selbstläufer, dem man einfach immer wieder mal mit einer Prise Hetze gegen Links neuen Schwung verleiht.

84
/
0

Danke, liebe Republik, für diesen unglaublich wichtigen Artikel!!!

84
/
1
· editiert

Diese Recherche entlarvt die Doppelzüngigkeit mancher (nicht nur) SVP „Volksvertreter“: Sie ordnen die Verfassung ihrem Opportunismus und politischen Kalkül unter. Um möglicherweise justiziable Aussagen zu vermeiden, frage ich mich anlässlich dieses Artikels: Was genau meint der Volksmund, wenn er von „gekauften Volksvertretern“ spricht? Wie hängen Meinungswandel und lukrative Jöpli zusammen? Wann endet Interessenvertretung und wann beginnt Korruption? Woran mag es liegen, wenn Aeschi sich weigert, zu kritischen Fragen Stellung zu nehmen?
Ich habe immer stärker den Eindruck, dass wir auch hierzulande die Demokratie viel deutlicher verteidigen müssen.

81
/
0
Mensch
·
· editiert

21.09 Franken Stundenlohn sind zu viel? Da fehlen mir die Worte.

Auch die Art und Weise wie Politiker gekauft werden, lässt mich sprachlos zurück. „ Was bei Aeschi besonders interessant ist: Wenige Monate nachdem er bei der Abstimmung im Nationalrat auf den Kurs von Casimir Platzer geschwenkt war, hat der studierte Wirtschafts­wissenschaftler im Beirat von Gastro Suisse Einsitz genommen. Für vier Sitzungen pro Jahr erhält der Parlamentarier rund 10’000 Franken.“

Bürgerlichen Politikern, Gastrosuisse und Mitgliedern unserer Regierung ist es egal, wenn wir künstlich Arbeitsarmut produzieren. Im Interesse der Wirtschaft. Das erinnert mich in fataler Weise an den Widerstand von Regierung und bürgerlichen Parteien gegen die 13. AHV-Rente, um Rentnerinnen und Rentner etwas zu entlasten, auf die der wirtschaftliche Druck besonders gross ist.

Was ist los mit unserem Land? Zählen nur noch Gewinne und die Interessen der Wirtschaft? Vertreten bürgerliche Parteien und Regierung wirklich unsere Bevölkerung oder haben sich diese vollends an ihre Spender und deren Interessen verkauft?

Danke Republik, dass ihr genau hinschaut. Dann wissen wir wenigstens, wenn wir „über den Tisch gezogen werden“. Leider wird das jedoch nichts ändern am Grundsatz: „Wer hat, dem wird gegeben.“ Wenn wir Wähler nicht ernsthaft über die Bücher gehen, beissen uns auch in Zukunft die Hunde - weil wir die Letzten sind…

74
/
0
Geld regiert die Welt...
·

"Was ist los mit unserem Land? Zählen nur noch Gewinne und die Interessen der Wirtschaft? Vertreten bürgerliche Parteien und Regierung wirklich unsere Bevölkerung oder haben sich diese vollends an ihre Spender und deren Interessen verkauft?"
Fragen die sich völlig zu recht stellen!

Wir haben das mit dem Wahlverhalten vieler im letzten Herbst für weitere 4 Jahre zementiert. Das 'Geheimnis' dass so viele immer wieder darauf hineinfallen ist meiner Meinung nach im billigen Populismus der Rechts-Parteien zu suchen. Ich verwende für diese Parteien - SVP, FDP, Teile der GLP und Teile der Mitte - daher nicht mehr die Bezeichnung 'bürgerlich', denn diese machen schon lange keine Politik mehr, welche allen BürgerInnen zu gute kommt. Es gilt nur noch das Geld, der Profit und damit verbunden die Macht.

Zu viele Stimmende sehen nicht, dass diese Parteien die Probleme lediglich bewirtschaften und im permanenten Wahlkampf dazu verwenden alle anderen Kräfte zu denunzieren, ohne selber aber auch nur den kleinen Finger zu krümmen, damit es besser wird. Es ist also reinste Propaganda, wie sie heute leider wieder rund um die Welt Urständ feiert.

Nur gut, haben wir noch die direkt-demokratischen Mittel - und diese letztes Wochenende auch wieder einmal angewendet. Es braucht noch viel mehr solche Korrekturen in der Schweiz - ultimativ in 4 Jahren, wo gewisse reaktionäre Kräfte (wie z. B. Aeschi) vielleicht endlich abgewählt werden würden (frommer Wunsch?) !

47
/
0

Wie die Mehrheit unsere Politiker aus rein egoistischen Gründen Armut und reale Probleme ignorieren ist schon extrem stoßend. Dieser excellente Artikel - vielen Dank - ist nur ein Beispiel dafür. Was mich persönlich stark beunruhigt ist die Vermutung, dass dieses Verhalten systembedingt gefördert wird. Unser politische System scheint defekt zu sein. Es macht auf mich den Anschein keine grossen Staatsmänner und -frauen hervorzubringen, sondern egoistischen Interessen verpflichtete Profiteure. Es wäre interessant von kompetenten Leuten zu hören, die darüber Ursachenforschung betreiben.

Persönlich kann ich nur wenig fundierte Vermutungen anstellen:

  • Verschmieren von Verantwortung: Davon gibt es zu viele Möglichkeiten - Föderalismus, Bundesrat, Mehrkammersystem, Ämtersilos, Kultur der Intransparenz

  • Milizparlament mit Vermischung privater und staatlicher Angelegenheiten

  • Schwäche unabhängiger Medien, auch im Licht von Werbeindustrie, leichtzugänglichen Internetinhalten, Instrumentalisierung durch politische Parteien

  • Wahlmechanik: grosse Budgets haben mehr Möglichkeiten

  • Initiativen/Referenden: auch hier spielen Budgetgrössen eine enorme Rolle

  • Chancenungleichheit: parteiinterne Aufstiegschancen hängen auch von persönlichen Resourcen ab

  • Bildung: ganz offensichtlich reicht unsere Bildung nicht, um Politiker zu durchschauen

  • Lobbysystem: es scheint so als ob sich Politiker mehr via Interessengruppen informieren, als via Wissenschaft und eigenständiges Denken und Handeln

Ich hoffe, dass es irgendwann besser wird und die Mehrheit der Politiker ein echtes Interesse an der Gesamtheit der Bevölkerung zeigt. Insbesondere sollte die Wirtschaft für die Bevölkerung da sein, anstatt die Bevölkerung für die Wirtschaft, wie es heute den Anschein macht.

63
/
1

Lieber Herr Stadler-Kleeb, Ihre Analyse ist sehr überzeugend, ich stimme Ihnen in allen Punkten zu!

7
/
1

Ein Fall mehr für die Einführung eines Bundesverfassungsgerichtes. Die CH hinkt hier - ähnlich wie seinerzeit beim Frauenstimmrecht - Lichtjahre hinter anderen demokratischen Staaten hinterher. Man sei halt eben ein Sonderfall. Vielleicht wird man dann irgendwann wieder von aussen dazu gezwungen.

62
/
0
Mensch
·

Ein Bundesverfassungsgericht wird es in der Schweiz nie gegen. Es könnte das Zusammenspiel der Mächte, das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und bürgerlicher Politik stören.

14
/
0
Brigitte Hürlimann
Gerichtsreporterin
·

never say never.

32
/
0

Genau das ist wohl der Grund. Das bestehende politische Establishment ist gar nicht interessiert an einer solchen Institution.

14
/
0
· editiert

Theoretisch Stimme ich ein Verfassungsgericht zu. Praktisch, wenn ich das sehe was in USA passiert mit dem SCOTUS, bin ich nicht überzeugt. Dort haben die Erzkonservativen sich eine Mehrheit auf vielen Jahren zementiert.

Die 13.AHV gibt mir mehr Hoffnung, das ein halbweg waches, nüchternes Stimmvolk in der Schweiz geben kann um gegen zu rabiate bürgerliche Politik zu wirken. Man müsste "nur" die linken Kräfte stärken und ihre VI und Referenden unterstützen.

12
/
0

Der Respekt der SVP-Vertreter vor dem Volkswillen ist zu klein, wenn das Volk nicht auf SVP-Linie ist.
Dasselbe gilt für ihren Respekt vor Journalisten, die nicht auf SVP-Linie sind.

Schon im Mittelalter galt: "Wes' Brot ich ess, des' Lied ich sing."

Die SVP soll endlich minimalen Anstand zeigen.

57
/
0

Ein grossen Teil der SVP Wählerschaft sollen aufhören SVP Politiker zu wählen. Ich, als Linker der die SP finanziel nach Kräften unterstützt, bin ein wenig sauer auf sie. Ein guter Teil der gleichen Wählerschaft die die bürgerliche Mehrheit in der Politik 2023 ausgebaut haben, war mit dem SGB 13.AHV plötzlich aufgewacht und wollten davon profitieren. Ich hoffe sie werden in der Zukunft nicht nur auf linken Initiativen "schwarz fahren".

28
/
0
9
/
0

Abgesehen vom Verhalten einiger (bürgerlicher) Parlamentarier:innen in diesem Spiel, das sehr nach Mauschelei stinkt, kann ich das Verhalten Casimir Platzers, Hotelier in Kandersteg, nicht verstehen. Da sucht das Gastgewerbe händeringend nach Personal und glaubt dabei offenbar, man finde eher gute Leute, wenn man möglichst wenig bezahle!
Für Restaurants und Hotels ist kaum etwas überlebnswichtiger als ein guter Ruf. Das bedingt gute, engagierte Mitarbeiter:innen, Leute, die wissen, was sie wert sind und auch entsprechend entlöhnt sein wollen.
Fazit: mit dem unsinnigen Vorgehen schiesst sich Platzer (bzw. Gastro Suisse) ins eigene Knie. Personal bleibt damit weiterhin Mangelware, und das was kommt ist kaum von bester Qualität.

51
/
0

Vielleicht denken hier Arbeitgebende ausnahmsweise einmal etwas längerfristig. Stellen wir uns vor, es käme aufgrund eines weiteren schwarzen Schwans (Taleb) zu einem Überschuss beim Arbeitskräfteangebot. Dann wären Mindestlöhne doch sehr ärgerlich für sie. Denn sie stärken die Verhandlungsposition der Arbeitskraftanbietenden.

1
/
0

Ein guter Gedanke, W. B.. So weit habe ich nicht gedacht. Ein kluger Stratege auf der Arbeitgererseite könnte diese Taktik tatsächlich ersonnen haben, nach dem Motto bei strahlendem Sonnenschein: "Ich nehme immer einen Regenschirm mit. Irgendwann wird es jedenfalls regnen".

1
/
0

Diese Inkompetenz von Gastro Suisse vertreten durch Casimier Platzer konnten wir auch schon bei den Covid-Massnahmen beobachten. Das vehemente Verhindern von Massnahmen und das frühe Öffnen der Beizen (was natürlich auch von der Bevölkerung mitgetragen wurde) hat wohl ein Verlust von einem bis drei Prozent der Gastro-Arbeitskräften an Long Covid verursacht. Und das nachdem im ersten Jahr der Pandemie eine ganze Reihe der kompetenten, aber unterbezahlten Arbeitskräften bessere Stellen gesucht und gefunden haben.

Immerhin ist die Strategie soweit aufgegangen, dass die Menschen wieder wie zuvor in die Restaurants strömen. Die paar Nasen, welche die Restaurants als Superspreading-Events betrachten und ausbleiben, spielen finanziell wohl keine Rolle.

In einer idealen Welt hätte sich der Gast Suisse Verband für eine staatliche Subventionierung von Lüftungen in Restaurants eingesetzt.

0
/
0

Hab ich mir auch gedacht. Nicht gerade nachaltig, das Vorgehen von Platzer.

0
/
0
Florian Gysin
Software Engineer
·

"Wenige Monate nachdem er bei der Abstimmung im Nationalrat auf den Kurs von Casimir Platzer geschwenkt war, hat [thomas aeschi] im Beirat von Gastro Suisse Einsitz genommen."
Ah. Volilà. Ein Schelm, wer böses dabei denkt...

50
/
0
· editiert

Der kantonale gesetzliche Mindestlohn als
sozialpolitisches Instrument zur Bekämpfung von working poors ist ein Instrument der Sozialpolitik. Und es liegt im öffentlichen Interesse, working poors zu vermeiden. Was Casimir Platzer und seine Kompanie von FDP und SVP hier wollen ist Armut künstlich schaffen.

48
/
0

Ich denke nicht, dass sie Armut schaffen wollen. Sie wollen die billigstmöglichen Arbeitskräfte — und dafür nehmen sie das alles in Kauf.

5
/
0

Innerer Zusammenhang zur Debatte um die 13. AHV: Damit Menschen im Alter gar nicht auf EL angewiesen sind, müssten sie zunächst mal einigermassen anständige Löhne bekommen. Obwohl auch ein Mindestlohn dies nicht wirklich garantieren kann, zeigt dessen vehemente Bekämpfung durch die genannten Politiker einmal mehr exemplarisch auf, was von den Beteuerungen der Gegner der 13. AHV zu halten ist, man müsse dann etwas für die Ärmsten tun - nämlich gar nichts!

44
/
0

Der Kapitalismus muss wachsen. Das kann er nur, wenn er stetig die Grenzen seiner Ressourcen verschiebt. Irgendwann stellen u.a. auch demokratische Grundprinzipien solche Grenzen dar, die verschoben werden wollen. Immer mehr werden sich die Vertreter:innen des Kapitalismus bewusst, dass Demokratie-Abbau bzw. Entwicklung hin zum Autoritarismus ein Markt- bzw. Standortvorteil sein kann. Demokratie und Kapitalismus können bis zu einem gewissen Niveau hin irgendwie kombiniert werden. Aber im Endeffekt passen und gehören sie nicht zusammen, im Gegenteil. Früher oder später müssen wir uns für das eine oder andere entscheiden. Und machen wir uns nichts vor: in der Schweiz sind wir alle Kapitalist:innen, mind. via Pensionskassen. In der Eidgenossenschaft mit ihrem aktuellen "Werteportfolio" könnte das also eine spannende Auseinandersetzung werden - dies nicht mal nur zwischen politischen Lagern, sondern auch und v.a. jede:r von uns mit sich selbst.

41
/
1
· editiert

Herr Albrecht, Frau Imboden, vielen Dank für einen super wichtigen Artikel -leider ist das Inhalt schon ein wenig deprimierend. Denken Sie dass der Jans als "neuer" Chef der EJPD mehr Widerstand leisten könnte?

Ich bitte Sie weiterhin solche Recherche zu publizieren. Ich denke es gäbe genügend Stoff - leider. Wegen Artikel wie dieser habe ich Republik abonniert.

Nachtrag: ist es möglich kurz eine Aufstellung zu machen: wer, zu welchem Stadium der Verhandlungen, Justizminister(in) war?

39
/
0
Priscilla Imboden
Bundeshausredaktorin
·

Sehr geehrter Herr W., es war über die ganze Zeit Elisabeth Baume-Schneider. Solche Ämterkonaultationen gehen aber in der Regel nicht zum zuständigen Bundesrat. Ausserdem war die Federführung beim Seco, das BJ hat nur beratende Wirkung. Das heisst aber nicht, dass es nicht hätte mehr Widerstand leisten können. Im Bundesrat wurde vermutlich - wenn überhaupt- nur der Vorschlag des Seco diskutiert, ohne die Einwände des BJ im Detail. Freundliche Grüsse!

12
/
0
4
/
0
S. Bachmann
·

Ich danke der Republik für den Beitrag und bin fassungslos.

Wieviel Zeit und Steuergelder werden dafür aufgewendet, eine offenkundig «verfassungs­widrige» Gesetzes­änderung vorzulegen, mit Antrag auf Ablehnung?

An Groteskheit ist das nicht zu übertreffen. Das mutet mehr als kafkaesk an.

In welcher Wolke leben manche "Volksvertreter" eigentlich?

37
/
0

Einige Gäste von Hotelier Planzer dürften degoutiert sein, wenn sie erführen, wie schäbig das Personal bezahlt wird, das für ihren angenehmen Aufenthalt besorgt ist, und sich künftige Buchungen zweimal überlegen. Wenn sie es denn erführen – any ideas how to get them informed?

35
/
0
der Andere wieder/ Leser
·

Die Politologin Rahel Freiburghaus hat einmal von "Mythos Milizparlament" geschrieben: Es sei klar, dass ein Mandat als Parlamentarier*in praktisch ein Vollzeitjob sei. Dass Parlamentarier*innen daneben auf Teufel komm raus Mandate annehmen müssen und darum ihre politische Unabhängigkeit zu verlieren drohen (oder diese mutwillig preisgeben), erstaunt mich darum - und verärgert mich auch.
Weiter: Der Historiker Thomas Maissen hat einmal über die Bündner Räterepublik (teilweise) zurecht geätzt, diese sei von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen, weil sich die Parlamentarier vom Ausland kaufen liessen. Ich frage mich aber, ob wir uns heute nicht auch auf eine käufliche Demokratie zubewegen. Zwar nicht vom Ausland, aber doch vom Kapital gesteuert.
Was mich aber noch mehr erstaunt: Die Frage, ob die Demokratie erneuert werden müsse (eben etwa mithilfe des Internets), damit solche Grauzonen der Käuflichkeit nicht überhandnehmen können, wird praktisch überall vehement zurückgewiesen (die Gefahr für die Demokratie sei zu gross). Es wird stattdessen angenommen, dass es andere Politiker*innen sein müssten, oder die Presse wird gelobt für ihre Aufklärungsarbeit. Ich finde das naiv.
Nun, ich denke, in vier Jahren werden wir voller Wehmut auf die heutigen Zustände blicken, da sich solche Vorgänge, welche m.E. so ziemlich jegliche demokratische Werte in den Dreck ziehen (etwa, indem ein Fraktionschef meint, anstelle von Argumenten sei ein Kommunikationsverbot und -sperre zweckdienlicher), zukünftig aufgrund der neuen Zusammensetzung des Parlaments häufen werden.
Dass letztlich die rechtsbürgerliche Doktrin (den Leuten zu viel zum Sterben, aber zu wenig zum menschenwürdigen Leben geben) durchgesetzt werden soll, ist m.E. zutiefst verachtenswert. Damit werden jegliche patriotische Überlegungen in den Dreck gezogen ("... dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen", Präambel in der Bundesverfassung).
Ich vermute, dass das Denken von etwelchen öffentlichen Personen in der Schweiz immer noch im Ancien Régime stecken geblieben ist. Und ich finde das traurig.
Trotzdem: Merci vielmals für den tollen Artikel, welcher mich überaus gefreut hat.

33
/
0

Für die, die es noch nicht gemerkt haben: Es geht hier nicht um Menschen und ihre Schicksale, sondern um den möglichst billigen Einkauf von HR. Geschäft ist Geschäft und um die Wohlfahrt sollen sich andere kümmern.

29
/
0

Danke für den präzisen Blick. Parlamentarier und Branchenvertreter, die keine Auskunft geben oder sich dann doch wieder selbst zensieren, ebenso lasch agierende Bundesvertreter, tun offenbar alles für die Abschaffung der Demokratie.
Wettbewerbsgewinner, die sich für die Besten halten, haben so etwas wohl nicht nötig. Winner takes it all ist die Devise.

25
/
0

Ganz abgesehen von der demokratiepolitischen Fragwürdigkeit dieses lobbyistischen Schmierentheaters: Allgemeinverbindliche und existenzsichernde Mindestlöhne wären eine der wirksamsten innenpolitischen Massnahmen für den Lohnschutz, um den sich gewisse Branchenverbände und Arbeitgeber im Kontext der beginnenden EU-Verhandlungen gemeinsam mit den Gewerkschaften angeblich so sehr sorgen (Arbeitnehmerfreizügigkeit, Entsenderichtline). Es soll dann einfach niemand aus den von der Gefahr des grenzüberschreitenden Lohndumpings „betroffenen“ Branchen oder aus dem Seco mit dem Hinweis auf eben dieses Problem den erfolgreichen Abschluss der EU-Verträge boykottieren.

24
/
0

Sehr passend dazu:
«Prekäre Arbeitsbedingungen und ausstehende Löhne:
Ehemalige Angestellte des Ristorante Vacanze Romane (Interlaken) brechen ihr Schweigen»
https://www.workzeitung.ch/2024/03/…schweigen/

8
/
0
(von der Moderation verborgen)
Lucia Herrmann
Community @ Republik
·

Beitrag verborgen wegen möglicherweise justiziablem Inhalt. Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an kontakt@republik.ch. Danke für Ihre Verständnis.

3
/
1

Politik und Wirtschaft darf nicht freestyle sein, sondern muss rationalen Regeln folgen, argumentieren und überzeugen. Wer das nicht einhält, hat in diesen Bereichen nichts verloren - obwohl ihm eine Mehrheit zustimmt.

4
/
0
Anderer 60
·
· editiert

Es zeigt hier, wie wichtig der Föderalismus ist, da kann man noch lange über den „Kantönligeist“ spotten.

3
/
0

Die verfassungsmässigen Aspekte sind wichtig. Aber es geht auch um die Frage, ob man von diesen Mindestlöhnen leben, sprich eine Familie unterhalten kann. Rechnen wir: Das durchschnittliche bezahlte Arbeitspensum in der Schweiz beträgt 1545, bzw. für ein Doppelverdiener-Paar entsprich das 3090 Stunden. Multipliziert mit 24.32 Franken - dem Genfer Mindestlohn, ergibt das ein Monatseinkommen von 6300 Franken brutto bzw. 5400 Franken netto. Bei diesem Nettolohn zahlt man in Genf keine Einkommenssteuer. Das heisst, dass der Arbeitgeber alle Kosten für öffentliche Dienste auf den Staat abwälzt. Krankenkasse und Franchise kostet eine Familie mit zwei Kindern mindestens 1400 monatlich. Die billigste 3-Zimmerwohnung, die aktuell in Genf ausgeschrieben ist, kostet 1600 Franken. Bleiben 2400 Franken für Nahrung, Kleider, Wohnungseinrichtung, Körperpflege, Transport, Unterhaltung, TV und Internet, von der Kinderkrippe ganz zu schweigen. Das Fazit ist eh klar: Mit dem Mindestlohn kann man keine Familie unterhalten. Versucht man es dennoch, ist die Gesundheit schnell ruiniert.
Im übrigen finde ich es stillos, und undemokratisch wie der Fraktionschef der SVP missliebige Medien behandelt.

2
/
0

Ganz logisch: das beim Dienstarbeiter abge-sparte Geld wird auf die Herrschaften der Sitzungsfürsten verteilt, die für gleiche Ein-satz-Zeit rund 100 mal MEHR einheimsen. Ihre Entscheidungen greifen ja gern tief in den Geldbeutel der armen Racker. Aber der Zugriff wird übers soziale Netz 'verarbeitet'. Es wäscht die Horronare blütenweiss rein.

1
/
0